KI schreitet immer schneller voran – und die meisten Menschen merken es nicht einmal, weil sie aus Angst nicht damit experimentieren.
Darum erkläre ich im 1. Kapitel das Programmier-Tool “Codex” von OpenAI. Es ist nur eines von vielen, aber IMHO das beste für Beginner, weil am Einfachsten und derzeit mit bester Coding-KI.
Damit du es maximal einfach mit minimal Konfigurieren und Korrigieren benutzen kannst, lies unbedingt das 2. Kapitel. Da lernst du, wie man Codex (und alle anderen Programmier-KI-Tools wie z.B. Claude Code, Google’s Antigravity, uvm.) am besten vorab mit guter Information füttert: einem Programmier-Briefing aka Product Requirement Document (aka PRD).
Wer sich über das 1. Motiv wundert: das ist Vorschau meiner neuen Präsentation, die ich am 21.Mai beim Diversity-Day vom Berliner Zukunftszentrum abhalte. Meiner Meinung nach hat KI mich sehr gut getroffen (keine Haare, kurze Beine, usw.). Wer aufs Bild klickt, kommt zur Event-Agenda und kann sich mit Glück noch für gratis Teilnahme anmelden. Der Titel ist das einzig unironische: mein Vortrags-Thema.
Inhaltsverzeichnis:
1. Programmieren für Nicht-Programmierer wird jetzt kinderleicht mit ChatGPT & Co.
Natürlich hilft es immer in jedem Gebiet Fachkenntnisse zu haben – egal ob Anwalt, Mediziner oder Programmierprofi. Dennoch wird das Erstellen von Software dank KI im Rekordtempo leichter.
Jetzt kann jeder mit einem 20€ p.M. ChatGPT-Abo und der gratis Codex-Programmier-App einfach mal loslegen. Es folgt eine Übersicht für Beginner…
Codex: OpenAIs Software-Entwicklungs-Agent
1. Zusammenfassung
Codex ist OpenAIs modernster KI-Programmier-Assistent. Er ist nicht nur ein Code-Generation Tool (ein Werkzeug, das dir Programmcode ausspuckt), sondern ein autonomes System (arbeitet komplett selbstständig).
Er kann Terminal Commands (Textbefehle in einem schwarzen Fenster, mit denen man den PC direkt steuert – wie Hacker in Filmen) ausführen, Codebases (die Gesamtheit aller Textdateien eines Programms) durchstöbern, Tests (automatische Prüfungen, ob ein Programm abstürzt) machen und ganze Arbeitsprozesse verwalten.
Das alles passiert in einem Unified Agent Harness (einer zentralen Benutzeroberfläche, die alle Werkzeuge und Sicherheitsregeln an einem Ort bündelt).
2. Das KI-Gehirn & Leistungs-Upgrades
Codex läuft mit verschiedenen Versionen von GPT-5, die extra für Software Engineering Workloads (Programmier-Aufgaben) trainiert wurden.
GPT-5.2-Codex (Dez 2025): Die Basis-Version. Gut für große Änderungen, Steerability (wie gut die KI auf deine Befehle hört), Delegation (Aufgaben an andere abgeben) und stundenlanges Arbeiten am Stück.
GPT-5.3-Codex (Feb 2026): 25 % schneller.
GPT-5.4 (März 2026): Das aktuelle Topmodell. Super effizient und perfekt für Aufgaben, die sehr lange dauern.
Mini/Nano-Modelle: Kleine Versionen für schnelle Aufgaben. Sie steuern Subagents (kleine KI-Hilfskräfte für Spezialaufgaben) an, um Token Spend (die Kosten für die Denkleistung der KI) gering zu halten.
Latenz-Optimierungen (Weniger Wartezeit): Nutzt WebSockets (eine Technik für dauerhafte, extrem schnelle Internetverbindungen), um Antworten fast doppelt so schnell zu tippen. Ein "Fast Mode" macht es noch schneller, weil er den API Routing Overhead (die normalen, langsameren Umwege, die Daten im Internet nehmen) einfach überspringt.
3. Ökosystem & Wo du es nutzt
Codex ist da, wo Programmierer eh schon arbeiten. Er merkt sich den State und Context (den aktuellen Stand der Dinge und die Zusammenhänge), egal auf welcher Plattform du ihn nutzt.
Codex App: Ein normales Desktop-Programm für Mac und Windows. Bietet Worktree Support (die Möglichkeit, an mehreren Versionen eines Projekts gleichzeitig zu arbeiten), Automatisierungen, Git-Funktionalität (ein System, das jede Änderung speichert – wie der Versionsverlauf in Google Docs) und Parallel Native Thread Execution (das Erledigen mehrerer Computeraufgaben exakt zur selben Zeit).
CLI & IDE: Funktioniert direkt im CLI (Command Line Interface – die Texteingabeaufforderung deines PCs) und in der IDE (Integrated Development Environment – dem Schreibprogramm, das Programmierer nutzen).
Integrationen: Verbindet sich mit GitHub (einer großen Plattform, auf der Entwickler ihren Code speichern) für automatische PR Reviews (die Kontrolle von neuen Code-Änderungen). Funktioniert auch mit Slack (einer Chat-App für Firmen), um Aufgaben direkt aus dem Chat zu starten.
Claude Code Plugin: Du kannst Codex sogar nutzen, während du mit Claude (einer KI der Konkurrenz) arbeitest.
4. Die wichtigsten Features im Detail
A. Subagents (Aufgabenverteilung)
Subagents (kleine KI-Assistenten) ermöglichen es dem Haupt-Codex, viele Aufgaben gleichzeitig zu starten. Das bringt mehr Leistung und spart Geld.
Umsetzung: Wird über .toml-Dateien (einfache Textdateien für Einstellungen) gesteuert.
Einstellungen: Du bestimmst Name, Beschreibung, Modell (z.B. GPT-5.4-Mini) und den Sandbox Mode (ein sicherer Spielplatz, wo die KI z. B. nur mitlesen, aber nichts kaputt machen darf).
Anwendungsfälle: Gleichzeitige Code-Überprüfungen, Automated UI Testing (die KI klickt sich selbst durch die App, um zu schauen, ob das Design auf Handy und PC gut aussieht) und Refactoring (das Aufräumen von altem Code, ohne seine Funktion zu ändern).
B. Automatisierungen (Hintergrundaufgaben)
Codex erledigt Aufgaben nach einem Cron Schedule (einem festen digitalen Zeitplan, z. B. jeden Tag um 10 Uhr).
Slack-Sortierung: Sucht in Chat-Kanälen nach Stichworten, sortiert nach Wichtigkeit und schreibt eine Zusammenfassung.
E-Mail-Management: Sortiert Gmail, markiert Dringendes und schreibt Entwürfe basierend auf alten E-Mails (Historical Context).
Tägliche Code-Checks: Überprüft automatisch Pull Requests (Anfragen von Programmierern, ob ihr neuer Code ins Hauptprogramm eingefügt werden darf).
C. Plugins & Verbindungen
Plugins (Zusatzmodule, wie Apps für dein Handy) geben Codex neue Fähigkeiten:
Skills (Fähigkeiten): Vorgespeicherte Arbeitsanweisungen.
Apps: Sichere Verbindungen zu anderen Diensten (wie Notion, Figma, Gmail).
MCP-Server: Steht für Model Context Protocol – eine sichere Brücke, damit die KI auf interne Firmendatenbanken und geheime Werkzeuge zugreifen kann.
D. Codex Sicherheit
Arbeitet wie ein Security Researcher (ein KI-Hacker, der auf der guten Seite steht). Sucht nach Schwachstellen, simuliert echte Angriffe und liefert nicht nur den gefundenen Fehler, sondern schreibt auch direkt den Patch (das digitale Pflaster, das die Sicherheitslücke schließt).
5. Profi-Einstellungen & "Bleeding Edge"
Bleeding Edge bedeutet: die allerneueste, noch ungetestete Technik. Codex bietet dir extreme Kontrolle.
Hooks (Haken): Du kannst eigene kleine Programme genau in dem Moment auslösen, wenn Codex etwas Bestimmtes tut (z.B. genau dann, wenn du ihm eine Frage stellst).
Guardian Approvals (Wächter-Zustimmung): Ein Sicherheitsnetz. Wenn Codex etwas Gefährliches tun will (z.B. Daten löschen oder heimlich ins Internet gehen), hält er an. Er fragt dann eine andere Kontroll-KI oder dich als Mensch um Erlaubnis.
Dauerhafte JavaScript REPL: Ein REPL ist wie ein Chat-Fenster, in dem du Code eintippst und der PC antwortet sofort. Dauerhaft bedeutet, dass sich der PC alles merkt, was du vorher abgetippt hast – super beim Debugging (Fehlersuchen).
Personality Tuning: Du stellst ein, wie die KI mit dir redet (z.B. sachlich vs. freundlich).
6. Checkliste zum Loslegen
So holst du anhand dieses Überblicks das meiste aus Codex raus:
Lade die Desktop-App: Installiere das Programm für Mac/Windows. So nutzt du Worktrees (mehrere Projekt-Versionen gleichzeitig) und Parallel Threads (viele Aufgaben zur selben Zeit).
Nutze Subagents für Engpässe: Finde Aufgaben, die dauern, aber parallel gemacht werden können (wie Unit Tests – kleine Programme, die andere Programme testen). Weise sie dem billigeren GPT-5.4-Mini zu.
Richte Automatisierungen ein: Mach einen Cron Job (Zeitplan), der morgens Slack-Nachrichten und Code-Checks sortiert, damit du direkt starten kannst.
Aktiviere den Wächter (Guardian): Schalte das in den Profi-Einstellungen an. So kann Codex komplizierte Dinge tun, ohne aus Versehen deinen Computer zu formatieren.
Verbinde MCP-Server: Wenn deine Firma eigene APIs (Schnittstellen, durch die Programme miteinander quatschen) nutzt, richte MCP ein. So versteht Codex eure geheimen Firmendaten und kann dir viel besser helfen.
2. So erstellst du einfach ein PRD für bestmögliche KI-Programmierung
PRD heißt “Product Requirement Document”. Das ist “Briefing” bzw. Aufgabenbeschreibung für Software-Erstellung, die i.d.R. ein Produktmanager erstellt und ein Programmierer benötigt.
Darin steht (im Idealfall, der selten ist) ganz genau, was die Software können muss, wie sie aussiehen soll, welche Limitierungen es bei IT gibt, usw.
Ich biete einen gratis PRD-Optimiser an, der für Codex optimiert wurde und aktuell das 3. Tool von oben auf meiner Webseite ist:
Was mein PRD-Optimiser macht?
Er nimmt alte PRDs und verbessert Sie. Oder erstellt komplett neue PRDs mit allen Infos, die du als Datei hochlädst und in den Prompt hinein tippst (oder sprichst).
Erst erhältst du eine optimierte PRD-Version, die du einfach kopieren und in Codex einfügen kannst.
Zudem erscheint unter dem PRD eine Qualitäts-Bewertung in Prozent und eine Liste von Fragen, die KI am liebsten beantwortet hätte, um das PRD noch einmal zu überarbeiten und verbessern.
Das alles dauert zwar etwas Zeit und viele nehmen sich diese nicht, d.h. programmieren einfach mit KI los, was dann aber im Nachhinen zu viel mehr Mehrarbeit, Frust und Nervereien führt, weil man exponentiell mehr nachkorrigieren muss.
3. So einfach ist KI-Programmieren
Hier nur 2 Beispiele von Software, die ich jeweils mit nur einem guten PRD und einem Prompt habe 100% von Codex bauen lassen…
4. Der Stand von KI 2026 erklärt
Ich liebe KI und Fakten. Leider bekomme ich regelmäßig zu hören, dass ich Zuschauer in meinen Präsentationen überfrachte, weil zu viel Infos.
Darum freut es mich besonders, wenn ich ähnlich gestrickte Redner finde und einer meiner liebsten, der auch über 100 Slides in unter einer Stunde zeigt, ist Philipp Klöckner. Hier sein jährliches OMR-Update zu KI:
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